Wie wirkt Psychoanalyse?

Im geschützten Rahmen der Therapie kann der Patient mit dem Therapeuten ohne Vorgaben über sich und seine Anliegen sprechen. Damit wird dem Patienten ein Raum eröffnet, um schmerzliche und traumatische Erfahrungen, ängstigende Gedanken und Erinnerungen, positive und negative Gefühle und Impulse wahrnehmen zu können, in Worte zu fassen und sinnstiftend neu zu verstehen.

Durch die besonderen Rahmenbedingungen der psychoanalytisch orientierten Therapieverfahren (z.B. feste, regelmäßige Termine, Neutralität des Therapeuten) können sich in der Beziehung zwischen Patient und Therapeut unbewusste Muster abbilden und benannt werden. Diese Muster können nun bewusst erlebt und damit vom Patienten verarbeitet und gehandhabt werden. Die Zusammenhänge zwischen der heutigen Störung und den unbewussten, verborgenen Gründen dafür können erlebt und erkannt werden, was aus eigener Kraft und Willensanstrengung in aller Regel nicht möglich ist.

Eine psychoanalytisch orientierte Psychotherapie umfasst, aufbauend auf dem Erfahren und Anerkennen der eigenen unbewußten Anteile, die Entwicklung neuer Lösungen und Handlungsmuster im Umgang mit sich selbst und anderen. Diese nun verbesserten Bewältigungsstrategien machen belastbarer und leistungsfähiger. Eine wesentliche und letztlich stärkende Erfahrung ist dabei, dass eine seelische Problematik oder psychische Störung kein seelischer "Defekt" ist, sondern, sinnstiftend verstanden, zu einer Quelle neuer Kraft und neuer Möglichkeiten werden kann.

Weiterführende Hinweise zum Thema:
• Die psychoanalytischen Therapieverfahren; Bell, Buchholz (pdf-Datei)