Ist Psychoanalyse wirksam?

Der Psychoanalyse wurde schon immer unterstellt, unwirksam und überflüssig zu sein. Es konnte aber nie ernsthafte wissenschaftliche Zweifel an der Wirksamkeit und Effizienz der analytischen Therapien gegeben. Untersuchungen wiesen schon in den 60er Jahren nach, dass Patienten nach Abschluß der Behandlung im Vergleich mit einer unbehandelten Gruppe bzw. mit einer Bevölkerungsstichprobe, weniger Medikamente brauchen und seltener krank sind. Diese Ergebnisse führten dazu, dass die analytische Psychotherapie seit 1967 als Leistung der gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland eingeführt ist.

Obwohl die Wirksamkeit der Psychoanalyse eindeutig belegt ist, gab und gibt es Kritiker der analytischen Methode. Heutzutage wird oft der hohe Aufwand der psychoanalytischen Behandlungen kritisiert und mit den vermeindlich kostengünstigeren, kürzeren Therapien verglichen. Eine Vielzahl aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen haben die Effektivität und Wirksamkeit der analytischen Methode bestätigt. Selbst bei schwersten psychischen Störungen stellten Studien bei den von Psychoanalytikern behandelten Patienten gute Langzeiterfolge fest.

Weiterführende Hinweise zum Thema:
• Indikation und Wirksamkeit Psychoanalyse und psychoanalytische Verfahren in der medizinischen Versorgung. Herausgeber: Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (pdf-Datei)
• Psychodynamische Langzeittherapie bei komplexen psychischen Störungen wirksamer als Kurzzeittherapie (Uni Gießen, 2008)
• Ambulante psychotherapeutische Versorgung (Deutsches Ärzteblatt 104, Ausgabe 28-29 vom 16.07.2007, Seite A-2039)