Behandlung und Schweigepflicht

Bei jeder psychotherapeutischen Behandlung gilt uneingeschränkt die gesetzliche ärztliche Schweigepflicht. Darüber hinaus ist es höchstrichterlich entschieden worden, dass jeder Psychotherapeut zu einer besonderen Verschwiegenheit verpflichtet ist. So hat z.B. das Bayerische Oberste Landgericht im Jahre 1994 die Strafbarkeit des Verhaltens eines Therapeuten bejaht, der ohne Zustimmung des Patienten Informationen aus einer therapeutischen Sitzung an sein Supervisionsgremium weitergegeben hat, dessen Mitglieder ihrerseits zur Verschwiegenheit verpflichtet waren. Auch schon allein die Tatsache, das man sich in Behandlung befindet, unterliegt der Schweigepflicht.

Keine der Informationen, die während einer Behandlung bekannt werden, darf ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis des Patienten weitergegeben werden. Die Schweigepflicht gilt jedem gegenüber, auch gegenüber Verwandten, Eltern oder Ehepartner. Die Krankenkasse und andere behandelnde Ärzte eines Patienten haben keinerlei Zugriff auf die Inhalte oder Details der Behandlung. Die Krankenkasse erfährt lediglich, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist, eine kodierte Diagnose. Der Hausarzt oder der überweisende Facharzt erhält erst nach ausdrücklicher Zustimmung des Patienten einen Bericht über die Behandlung.

Weiterführende Hinweise zum Thema:
• Rechtsinformationen zum Thema ärztliche Schweigepflicht