Formen der Behandlung

Zu Beginn der Behandlung wird zunächst eine grundlegende ärztliche, psychiatrische und psychotherapeutische Anamnese und Diagnostik durchgeführt. Nach den sich daraus ergebenden Erfordernissen des Einzelfalls kann eine der folgenden Behandlungsformen zur Anwendung kommen:

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist ein aus der Psychoanalyse abgeleitetes Verfahren. Die Dauer der Behandlung wird auf 25 bis 100 Stunden begrenzt. Es findet eine Sitzung pro Woche statt. Ziel ist, für ein umschreibbares Problem des Patienten eine ihm und seinen Lebensumständen gegenüber angemessene Lösung zu finden. Auf Antrag übernehmen die Krankenkassen die Kosten dafür.

Die analytische Psychotherapie ist ebenfalls ein aus der Psychoanalyse abgeleitetes Verfahren. Die Dauer ist auf 160 bis 300 Stunden begrenzt, und pro Woche finden zwei bis maximal vier Einzelsitzungen statt. Ziel ist es hier, die Probleme und Symptome des Patienten in den unbewussten und biographischen Wurzeln zu verstehen und aus diesem Verständnis heraus neue Lebenswege einschlagen zu können. Auf Antrag tragen die Krankenkassen die Kosten einer analytischen Psychotherapie.

Die klassische Psychoanalyse wurde von Freud begründet und ist seither kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert worden. Die Dauer der Behandlung und die Zahl der Sitzungen pro Woche ist hier nicht festgelegt. Ziel ist es, einem Menschen die Reifung und Entwicklung seiner Persönlichkeit zu ermöglichen. Da sich die Psychoanalyse nicht nur auf die Beseitigung von Symptomen begrenzt, sondern der Entwicklung der Persönlichkeit dient, werden die Kosten dafür nicht von den Versicherungen übernommen.

Eine Psychotherapie mit der intensiven Einbeziehung einer Bezugsperson (Paartherapie) ist dann notwendig, wenn sich die Probleme eines Einzelnen auch aus seiner Partnerschaft heraus begründen lässt. Die Behandlung dauert 12 bis 50 Sitzungen, an denen beide Partner teilnehmen sollten. Ziel der Behandlung ist es, zu ermöglichen, die in der Partnerschaft entstandenen, oft unbewußten Gewohnheiten zu erkennen und zu hinterfragen und neue Wege zu suchen, was aber auch eine Trennung bedeuten kann. Die Kosten werden von den Kassen auf Antrag übernommen.

Auch die tiefenpsychologische Gruppenpsychotherapie ist ein aus der klassischen Psychoanalyse abgeleitetes Verfahren mit eigenen Indikationen, Inhalten und Herangehensweisen.

Zusätzlich zur psychotherapeutischen Behandlung kann im Einzelfall auch eine medikamentöse Behandlung erfolgen.