Behandlung und Ethik

In den vergangenen Jahren hat es eine zunehmende Sensibilisierung bezüglich des Themas "Ethisches Verhalten in der Psychotherapie" gegeben. Es ist für jeden professionell Tätigen unumgänglich geworden, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen.

Als verantwortungsvoller, sich den ethischen Prinzipien seines Berufes verpflichtender Arzt und Psychoanalytiker bin ich mir bewußt, dass jede Art von mißbräuchlicher Handlung in einer Therapie zu schweren seelischen Verletzungen von Patienten führt und deshalb nie toleriert werden darf.

Über die bestehenden berufsrechtlich - gesetzlichen Regelungen hinaus binde ich mich an die ethischen Grundsätzen der DGPT (Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie):

  • Ein Psychoanalytiker achtet jederzeit die Würde und Integrität eines Patienten / Analysanden.
  • Ein Psychoanalytiker ist verpflichtet, den analytischen Prozess durch Abstinenz zu sichern. Daraus folgt, dass er niemals seine Autorität und professionelle Kompetenz missbräulich dafür einsetzt, durch den Patienten / Analysanden oder dessen Familie Vorteile zu erzielen. Insbesondere nimmt er keine sexuelle Beziehung zu Patienten / Analysanden auf. Er achtet das Abstinenzgebot auch über die Beendigung der analytischen Arbeitsbeziehung hinaus.
  • Aggressives Handeln zerstört den analytischen Prozess.
  • Der Psychoanalytiker hält sich über die rechtlichen Bedingungen seiner Berufstätigkeit informiert.
  • Er beachtet die Informations- und Aufklärungspflicht gegenüber seinen Patienten / Analysanden unter wissenschaftlich - psychoanalytischen Gesichtspunkten. Dies gilt insbesondere für die Indikationsstellung und den Behandlungskontrakt.
  • Mitteilungen des Patienten / Analysanden behandelt er vertraulich, auch über dessen Tod hinaus. Die Diskretions- und Schweigepflicht gilt auch für folgende Situationen: wissenschaftliche Veröffentlichungen, Supervisionen und kollegiale Beratungen, den vorsorglichen Datenschutz bei eventuell eintretender Berufsunfähigkeit oder Tod des Analytikers im Hinblick auf alle Aufzeichnungen über Patienten, Lehr- und Kontrollanalysanden.
  • Ein Psychoanalytiker achtet darauf, seine Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Er soll sich körperlich und psychisch nicht überfordern.
  • Ein Psychoanalytiker ist zu Fortbildung und Intervision, bei Bedarf zu Supervision und gegebenenfalls zu weiterer persönlicher Analyse bereit.